Gedenkstätte

Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche Juni 1933“

In dem ehemaligen Gefängnis des Amtsgerichtes Köpenick befindet sich die Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche Juni 1933“. Die Gedenkstätte erreicht man über den Hof in der Puchanstrasse 12.

 

Im Mai 1933 richtete der Sturmbann der Köpenicker SA in einigen Räumen des Amtsgerichts sein Stabsquartier ein. Mit Beginn der als „Köpenicker Blutwoche“ bekannt gewordenen Ereignisse im Juni 1933 beschlagnahmte die SA das Gefängnis und missbrauchte es als zentrale Haft- und Folterstätte in Köpenick. Unter der Leitung des Führers des SA-Sturmes Herbert Plönzke führte die SA einen Terrorfeldzug gegen anders Denkende, der von unglaublicher Brutalität geprägt war. Hunderte von Regimegegnern wurden in der Woche vom 21. Juni 1933 von der SA auf das Schwerste misshandelt und mindestens 22 von ihnen verloren ihr Leben:

 

Richard Aßmann, SPD, 57 Jahre
Georg Eppenstein, 65 Jahre
Paul von Essen, SPD, 47 Jahre
Hugo Helbing, 20 Jahre
Erich Janitzky, KPD, 32 Jahre
Götz Kilian, 42 Jahre
Richard Krahl, 45 Jahre
Karl Lange, KPD
Lehmann, parteilos
Walter Majchrzack, Kommunistischer Jugendverband, 18 Jahre
Mastaleck, KPD
Fritz Otto, parteilos
Paul Pohle, SPD, 49 Jahre
Karl Pokern, Rot-Front-Kämpferbund, 38 Jahre
Alfred Pusch, KPD, 27 Jahre
Paul Röhrens, parteilos, 49 Jahre
Anton Schmaus, SPD, 24 Jahre
Johann Schmaus, SPD, 56 Jahre
Johannes Stelling, SPD, 56 Jahre
Joseph Spitzer, KPD, 27 Jahre
Paul Spitzer, KPD, 26 Jahre
Franz Wätzow, parteilos, 32 Jahre
Franz Wilczoch, KPD

 

Der Ablauf der Ereignisse, die Reaktion der Öffentlichkeit und der Gerichtsprozess gegen Plönzke und Andere im Jahr 1950 sind in der Gedenkstätte eindrucksvoll dokumentiert.

 

Die Gedenkstätte "Köpenicker Blutwoche Juni 1933" ist jeweils am Donnerstag in der Zeit von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Führungen können außerhalb der Öffnungszeiten unter den Rufnummern 030/90297-5671 oder 3350 vereinbart werden.

Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche Juni 1933“

Fotos@Uwe Meinel