Geschichte

Geschichte Köpenick

  Geschichte des Hauses

Die Geschichte des Hauses beginnt im Jahre 1665. Damals wird als Eigentümer des Freigutes Landjäger Peter Bock benannt, der das Grundstück von Kurfürst Friedrich Wilhelm geschenkt bekommen hat.

Nach mehreren Eigentümerwechseln erwirbt die Stadt Köpenick Mitte des 19. Jahrhunderts das Anwesen und nutzt das Gebäude für soziale Zwecke.

Von 1991 bis 1995 befand sich das Heimatmuseum Köpenick in dem unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus.

Nach Abschluss aufwändiger Restaurierungsarbeiten im Rahmen des Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" im Jahre 1999 empfängt das Heimatmuseum hier seit 2. Oktober 1999 wieder seine Besucherinnen und Besucher.

  Geschichte der Ortsteile

Köpenick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2009 gedenkt Köpenick seiner ersten urkundlichen Erwähnung vor acht Jahrhunderten. Nachgewiesen ist aber auch eine slawische Burg bereits aus der Zeit vor 2.800 Jahren. Ausschlaggebend für die frühe Siedlungsentwicklung sind der Zusammenfluss und die Überquerungsmöglichkeiten der Flüsse Dahme und Spree. Als Warenumschlagplatz in dem sich entwickelnden Wegenetz wurde der Stadt Cöpenick 1424 das Marktrecht erteilt. Verkehr, Handel und Fischerei bildeten die wirtschaftlichen Grundpfeiler, gefördert durch den Bau des kurfürstlichen  Jagdschlosses im 16. Jahrhundert. Umgebaut von 1677 bis 1690, ist es heute originalgetreu restauriert als Sammlung von "RaumKunst aus Renaissance, Barock und Rokoko" Teil des Berliner Kunstgewerbemuseums und touristischer Anziehungspunkt von hoher Bedeutung.

Die Altstadt Köpenick als „Stadt am Wasser“ wird mit den Funktionen Kultur, Tourismus, Wohnen und Arbeiten mit überregionalen Anziehungs- und Versorgungspotenzialen weiter entwickelt.

Die historische Bausubstanz ist ihrer Vielfalt erhalten und für zeitgemäße Nutzungen denkmalgerecht instand gesetzt worden. Der historische Stadtgrundriss gilt als Maßstab für städtebauliche Planungen.

Die touristische Entwicklung wird dabei durch die weitgehend öffentliche Zugänglichkeit der Uferbereiche gefördert. Der Luisenhain mit seiner Dampferanlegestelle gegenüber dem historischen Rathaus ("Hauptmann von Köpenick") wird zu einer Promenade aufgewertet. Am Frauentog, zwischen Schlossinsel und Kietz, entsteht eine Seebrücke mit Anlegemöglichkeiten und gastronomischen Angeboten für Bootstouristen wird die Grünanlage attraktiv gestaltet.

Der alte, im Ursprung ebenfalls mittelalterliche Ortskern Kietz ist ein Ort mit eigener baulicher und funktionaler Identität und bleibt so erhalten.

Nach der Inbetriebnahme der Tangentialen Verbindung Ost vom Adlergestell bis zur Ost-West-Trasse an der Frankfurter Bahnlinie mit dem künftigen Regionalbahnhof Köpenick soll die Müggelheimer Straße vom Kietzgraben bis zur Langen Brücke auf ein altstadtverträgliches Maß reduziert und die Behelfsbrücke demontiert werden. Uferbereich und Schlossinsel werden so wieder Teil des Altstadtensembles.

Westlich der Altstadt errichtete der Unternehmer Wilhelm Spindler 1873 eine "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäsche­rei und Färberei" und mit Wohnhäusern die erste Arbeitersiedlung im Berliner Raum, das heutige Spindlersfeld. Die denkmalgeschützten Industriebauten sollen einer neuen Nutzung zugeführt werden. In der Dammvorstadt zwischen Fried­richshagener Straße und dem S-Bahnhof Köpenick befindet sich mit der Bahnhofstraße eine wichtige Einkaufsmeile. Nördlich der Bahn liegt der Innova­tionspark Wuhlheide.

Wichtige Verkehrsbauvorhaben für die Verbesserung der Lebensbedingungen und Verkehrsverhältnisse sind die Fertigstellung der Tangentialen Verbindung Ost zwischen der Spindlersfelder Brücke und dem Adlergestell. In Planung befindet sich die Ost-West-Trasse von der Straße An der Wuhlheide bis zur Bahnhofstraße.

 

 

Friedrichshagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Kolonistendorf für angesiedelte sächsische, hes­sische, württembergische und böhmische Baumwoll­spinner von Friedrich II. am 29. Mai 1753 unter dem Namen Friedrichgnade gegründet, erhielt die Kolonie 10 Jahre später den Namen Friedrichshagen. Die Ein­führung der Maschinenspinnerei 1802 verschlechter­te die Lebensbedingungen, die sich erst 1849 mit der Eröffnung der Berlin-Frankfurter Eisenbahn wieder verbesserten. Das Dorf erstreckte sich längs der heu­tigen Bölschestraße, die zuvor Friedrichstraße hieß.

Der Schriftsteller Wilhelm Bölsche (1861-1939), der mit anderen Schriftstellern dem "Friedrichshagener Dichterkreis" angehörte, ist der Namensgeber der 1,3 km langen Einkaufsstraße vom S-Bahnhof Fried­richshagen bis zur Privatbrauerei Berliner Bürgerbräu. Einige typische kleine Häuser lassen ahnen, wie die Straße ursprünglich aussah. Hervorzuheben sind das ehemalige Rathaus in der Bölschestraße 85 und die Christophorus-Kirche am Markt, der seit Friedrichsha­gens 250-Jahr-Feier wieder vom Standbild Friedrich II. überragt wird. Der Marktplatz wird derzeit denkmalgerecht saniert.

Seit der Gründerzeit ist die Bölschestraße Geschäfts-­ und Flaniermeile für Einwohner und Besucher. Auch im 21. Jahrhundert ist die kleinstädtisch anmutende Struktur wieder in steigendem Maße für Käufer und Touristen anziehend und sehenswert.

In südlicher Richtung gelangt man zum Spreetunnel und kann die hier 120 Meter breite Spree trockenen Fußes unterqueren. Mit dem 1927 fertiggestellten Tunnel wurde der bei weitem überlastete Fähr­betrieb abgelöst und brachte erschlossen sich dem Ausflugsverkehr weitere Möglichkeiten, in die Ausflugsgaststätten am Müggelsee und in den Müggelbergen zu gelangen. Der aufsehenerregende Bau des Tunnels erfolgte von bei­den Ufern aus und galt als technische Meisterleistung seiner Zeit.

Geht man den Müggelseedamm Richtung Seebad Friedrichshagen, gelangt man zum beidseitig sich erstreckenden Betriebsgelände des größten Berliner Wasserwerkes, das am 28. Oktober 1893 in Betrieb genommen wurde. In einem Schöpfmaschinenhaus am Müggelsee wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins in der unter Denkmalschutz stehenden Anlage das Museum im Wasserwerk gestaltet. In der stän­digen Ausstellung zur Entwicklung der Wasserver­sorgung in Berlin kann man neben den Ausstellungs­stücken auch die technische Entwicklung der Berliner Wasserwerke nachvollziehen.

Eine weitere Attraktion ist das 1930 eröffnete Naturtheater Friedrichshagen nahe dem S-Bahnhof. Dort finden im Sommer regelmäßig Konzerte und Kinovorführungen statt.

 

 

Oberschöneweide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Großprojekt ist unter Dach und Fach: Bis 2009 werden auf den ehemaligen AEG-Gelände an der Wilhelminen-

hofstraße  rund 6.000 Studenten der FHTW ihren Lernort gefunden haben. Begonnen hat  im Herbst 2006 der Fachbereich Gestaltung. Folgen werden die Studiengänge Ingenieurwissenschaften, Angewandte Informatik, Internationale Medieninformatik, Wirtschaftskommunikation und Wirtschaftsingenieurwesen.

Auch der Kulturstandort wird dort aufgewertet. Bereits jetzt haben sich viele Künstler und Initiativen angesiedelt. Neu entstehen werden die "Schauhallen Berlin". Neben 16 Galerien errichten zwei renommierte Museen in den bestehenden Industriehallen ihre Berlin-Dependancen. Am Ufer der Spree sind ein Skulpturengarten und gastronomische Einrichtungen vorgesehen.

Eine vordringliche Aufgabe bleibt die Verkehrsplanung. Die Wilhelminenhofstraße ist durch ihren Umbau mit separatem Radweg verkehrstüchtiger und sicherer geworden. Ein Brückenneubau für Fußgänger und Radfahrer über die Spree (früher "Kaisersteg") wird den Wissenschafts- und Kulturstandort an den Bahnhof Schöneweide anbinden. Für den überörtlichen Verkehr wird die geplante Süd-Ost-Verbindung zwischen der Rummelsburger Landstraße und der Köpenicker Landstraße die Spree-, Edison- und Siemensstraße entlasten, die dann den Verkehrsströmen entsprechend neu gestaltet werden können. In der weiteren Planung ist als östliche Verlängerung der Wilhelminenhofstraße die "Wilhelminenhofbrücke" zum S-Bahnhof Oberspree.

Lange war der Spree-Zugang durch die Industrienutzung verwehrt. Am "Kranbahnpark" entsteht ein Stadtplatz mit öffentlicher Grünfläche und Schiffsanleger. Ein Uferweg wird bis zum "Kaisersteg" geführt und soll der Öffentlichkeit später zwischen Treskowbrücke und dem östlichen Ende der Wilhelminenhofstraße zur Verfügung stehen.

 

 

Grünau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unweit des Forsthauses Steinbinde östlich der Dah­me begründeten vier Pfälzer' Kolonistenfamilien auf der Grünen Aue im Jahre 1749 den Ort Grünau. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich allmählich erste Handwerkszünfte heraus, in denen Maurer und Zimmermeister deutlich dominierten. Das mit der Reichsgründung einsetzende rasche Aufblühen des Ortes und seine zielgerichtete Ausprägung in den Folgejahren ist auf die Errichtung eines Haltepunktes der Berlin-Görlitzer Eisenbahn im Jahre 1866 zurück­zuführen. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Dampf­schiffverkehr durch die "Berliner Dampfschiffahrts­ Aktiengesellschaft" mit dem Ort aufgenommen.

Nach 1875 kamen Vertreter des finanzkräftigen Bürgertums in die Region, erste Fabrikgebäude, aber auch Mietblocks, Villen, Gaststätten und Landhäuser entstanden. Spätestens mit dem Dahme-Ruderwett­bewerb vom 27.06.1866 wurde das Revier für den Wassersport entdeckt. Während der auf der Olym­piastrecke von 1936 ausgetragenen Ruderregatten fand sich internationales Publikum ein, das den Ruf des Ortes als Villenvorort im Südosten der Hauptstadt verbreitete. Die Regattastrecke bleibt mit ihren vielfältigen Veranstaltungen ein Besuchermagnet und ein touristischer Anziehungspunkt.

Prominentester Einwohner Grünaus in der Nachkriegszeit war der Schriftsteller Stefan Heym.

 

 

Müggelheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Müggelheim verdankt seine Gründung der friederizi­anischen Siedlungspolitik in der Mitte des 18. Jahr­hunderts. Der Ort wurde 1747 als bäuerliche Nieder­lassung für 20 Pfälzer Protestantenfamilien auf dem Köpenicker Werder angelegt.

Die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sehr ge­mächlich voranschreitende Entwicklung der Ortschaft erhielt ihren entscheidenden Impuls durch den um 1890 einsetzenden Ausflugs- und Erholungsverkehr. Gaststätten und Villen drängten in das Dorf und führ­ten kurz vor der Jahrhundertwende zu einer ersten Ausdehnung des Dorfes in nördlicher Richtung.

Mit dem Bau des von Carl Spindler gestifteten Müg­gelturms 1889 in den benachbarten Müggelbergen erfuhr der Strom der Sommergäste eine große Be­lebung. Trotzdem entwickelte sich Müggelheim im Gegensatz zum verkehrsgünstiger gelegenen Fried­richshagen nicht zum kleinstädtischen Vorort, so dass die Siedlung zwischen dem Großen Müggelsee, Langen See und dem Seddin-See im Jahr 1920 als mit Abstand kleinste Landgemeinde in den Berliner Stadtverband aufgenommen wurde. 1958 brannte der Müggelturm ab und wurde drei Jahre später durch einen Neubau ersetzt.
Auf dem Dorfanger befindet sich ein Gedenkstein für Johann Jacob Baeyer (1794-1885). Er war Begründer der internationalen Erdmessung und viele Jahre Präsident des Berliner Geodätischen Instituts in Potsdam.

 

 

Rahnsdorf (mit Hessenwinkel und Wilhelmshagen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fischerdorf Rahnsdorf zwischen Müggelspree und Müggelsee konnte seine dörfliche Eigenart bis heute erhalten. Die Bewohner lebten bis ins 20. Jahr­hundert vom Fischfang und bescheidener Vieh hal­tung. Nach dem verheerenden Brand von 1872 erfolgte der Neubau eingeschossiger Häuser mit glei­cher Bauhöhe. Die im Jahre 1887 errichtete Kirche bildete dabei zusammen mit der Dorfschule den Mit­telpunkt des hufeisenförmigen Angerdorfes. Die Dorf­straße mit dem Ensemble Dorfanger Rahnsdorf steht in der Denkmalliste. In der Bahnnähe entstanden in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts die Villen­kolonien Neu-Rahnsdorf (seit 1902 Wilhelmshagen) und Hessenwinkel, die im Jahre 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Hessen-winkel Luftkurort und im Landhaus-Stil bebaut. Sehenswerte alte Villen und hübsche land­häuser prägen bis heute diese Ortschaften.

Wer zwischen Dämeritz- und Müggelsee auf dem Wasser unterwegs ist, kann zu beiden Seiten der Müggelspree die Wassergrundstücke und den Liebreiz der lagunenähnlichen Anlage Neu-Venedigs genießen. Die im Jahre 1912/13 erbaute Triglaw-Brücke über­spannt unweit des Dämeritzsees die Müggelspree und verbindet Teile Hessenwinkels.

Äußerst beliebt ist das Strand- und Seebad Müggelsee (Fürstenwalder Damm 838) mit FKK-Strand, welches jährlich Tausende Badegäste anlockt. Das traditionsreiche, denkmalgeschützte Strandbad Müggelsee soll in seiner hervorragenden landschaftlichen Lage aufgewertet und das Areal ganztägig nutzbar gemacht werden.

 

 

Schmöckwitz (mit Karolinenhof und Rauchfangswerder)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schmöckwitz gilt als ältester Siedlungsplatz. Grabungs­funde auf den Uferhängen des Schmöckwitzer Werders weisen eine mittelsteinzeitliche Besiedlung nach. Mit der slawischen Einwanderung im 7. und 8. Jahr­hundert siedelten sich Fischer an der Dahme an, und es bildete sich ein Rundlingsdorf. Smekewitz wurde der inselartig gelegene Dorfplatz vor 600 Jahren genannt. Als Theodor Fontane sich an Bord der "Sphinx" dem Ort näherte, beschreibt er die Lage "... und befanden uns in der Nähe jener haffartigen Stelle, wo sich, angesichts der Schmöckwitzer Brücke, vier über Kreuz gestellte Seeflächen: der lange See, der Seddin-See, die Krampe und der Zeuthener See, ein Rendezvous geben".

Um die Jahrhundertwende wurde Schmöckwitz durch die verkehrsmäßige Erschließung beliebter Ausflugs­ort der Berliner. Am 9. März 1912 fuhr erstmals die von der Schmöckwitzer Gemeinde in Auftrag gegebe­ne 18 km lange "Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn". Auf dieser wohl landschaftlich schönsten Strecke der BVG fährt heute die Tram68.

Wo das Adlergestell, die längste Straße Berlins, endet, befindet sich ein Bauensemble der Jahrhundertwen­de: die Schmöckwitzer Grundschule, die Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr und die Betriebswerkstatt im ehemaligen Straßenbahndepot, wo zu besonderen Anlässen restaurierte historische Straßenbahnen ihre Bimmelfahrt Richtung Köpenick beginnen.