Geschichte

Geschichte Treptow

  Geschichte des Hauses

Nach der denkmalpflegegerechten Rekonstruktion des historischen Rathauses Johannisthal, das Anfang Oktober 2006 sein 100-jähriges Bestehen feierte, verfügt das Museum über eine größere Ausstellungsfläche und weitaus bessere Arbeitsmöglichkeiten.

Im Jahre 1906 für die kleine Landgemeinde mit 3151 Einwohnern gebaut, erlebte das Haus eine wechselvolle Zeit und spiegelt deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts wieder.

Ab 1906 bis 1989 bot das Rathaus den verschiedensten Funktionen Raum, u.a. Gemeindevorstand, Dienstwohnungen für Beamte, Ratskeller, Standesamt, Kartenstelle, Städtischer Kinderhort, Wärmehalle, Sitz der Sowjetischen Militär-verwaltung und Volkspolizei Inspektion Treptow.

Ab 1990 nutzte es wieder das Bezirksamt Treptow für Teile der kommunalen Verwaltung und den Aufbau eines Heimatmuseums.

Heute erwartet den Besucher im Flur des 2. Stocks die ständige Ausstellung zur Geschichte des Rathauses.

  Geschichte der Ortsteile

Alt-Treptow

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der nördlichste Ortsteil von Treptow-Köpenick wird Alt-Treptow genannt nach der bis 1920 selbstständi­gen preußischen Landgemeinde Treptow. Eine Rech­nung aus dem Jahre 1568 ist erster Beleg für Pacht und Besiedlung des Spreeuferstreifens, der uns als Trebkow, im Slawischen wahrscheinlich feuchter Ort, Senke, vorgestellt wird. Aus einer mehrfach erwähn­ten Fischerei, bald um eine Bienenzucht erweitert, entwickelte sich bis 1653 ein "Vorwerck Trepkow". In seinem Gasthof machten Reisende letzte Rast vor Berlin. 1727 erteilt die Stadt Berlin dem Pächter des Trepkow die Lizenz zum Bierausschank. Im übri­gen wurde auf dessen Initiative hin den in der Umge­bung ansässigen Kolonistenfamilien vom Berliner Magistrat verboten, Kaffeeauszuschenken. Das brachte die Kolonistin Taube auf die Idee, heißes Wasser zum Selbstbrühen bereitzustellen. Der Spruch "Hier können Familien Kaffee kochen!" war geboren.

In den Jahren 1821/22 errichtete dann Langhans d. J. an der Stelle des Vorwerks im Stil Schinkels das Gasthaus an der Spree, seit 1899 bekannt unter dem Namen des Pächters Zenner. Zu Zenner riefen Fanfarenklänge jeweils am 24. August, dem Bartho­lomäustag, auch die Teilnehmer des Stralauer Fisch­zuges vom anderen Spreeufer.

1897 wurde in der Nähe der Gaststätte Zenner auf einer kleinen Schilfinsel im romantisierenden "Ruinen­stil" das Abtei-Restaurant gebaut. Die Insel heißt jetzt Insel der Jugend. Zuvor hatte man sie schon als Treppbruchinsel, Rohr­insel und Neu-Spreeland gekannt. Diese Namen erinnern daran, dass die Insel über einem flachen Schilfbruch künstlich aufgeschüttet wurde. Auf der Insel wird zu den Treptower Festtagen jedes Jahr im Juni unter dem Motto Treptow in Flammen ein großes Feuerwerk abgebrannt, dessen Tradition sich bis auf den 3. September 1825 zurückverfolgen lässt.

Die nördlich und westlich des Treptower Parks ge­legenen Wohngebiete Alt-Treptows weisen einen im Bezirk eher seltenen innerstädtischen Charakter auf. Ab 1887 begünstigte hier die Berliner Bauordnung die typische Massenwohnhaus- und Hinterhofbebauung. Rund um die Lohmühlen-, Bouche- und nördliche Kiefholzstraße waren schon im 19. Jahrhundert berühmte Firmen wie die Landmaschinenfabrik Carl Beermann, der Lampenhersteller Ehrich & Graetz und die Actiengesellschaft für Anilinfabrikation Agfa (1872) entstanden.

Im Treptower Park fand 1896 die viel gerühmte Berliner Gewerbeausstellung statt, die der weiteren industriellen Entwicklung des späteren Bezirksge­biets kräftige Impulse versetzte und als "verhinderte Weltausstellung" gilt. Mit den im Zuge der Ausstellung unternommenen Infrastrukturverbesserungen versuchte man u.a. den Beweis zu erbringen, dass auch im märkischen Sand eine U-Bahn gebaut werden kann. Den Spreetunnel zwischen Treptow und Stralau konn­te man erst 1899 für die berühmte "Knüppelbahn" in Betrieb nehmen, die bis 1932 fuhr. Mit der Über­gabe des "Knüppels" von Fahrer zu Fahrer wurde die Gefahr eines Zusammenstoßes in dem eingleisigen Tunnel ausgeschlossen. Nach den Olympischen Spielen 1936 wurde der Tunnel wegen Sicherheitsmängeln geschlossen, diente aber im Zweiten Weltkrieg noch als Zuflucht bei Luftangriffen.

Anlässlich der Gewerbeausstellung nahm auch Dr. Friedrich Simon Archenhold als erster Direktor der seit 1946 nach ihm benannten Sternwarte die Arbeit auf. Bedeutende Wissenschaftler wie Roald Amundsen und Albert Einstein trugen zu seiner Zeit in Treptow ihre Theorien vor. In einem hölzernen Gebäude am südlichen Ende des Treptower Parks wurde das mit 21 Metern Länge damals wie heu­te größte Linsenfernrohr der Welt aufgestellt. Seit 1909 ragt es aus dem repräsentativen Naturstein­gebäude.

Im Zentrum des Parks erhebt sich das von dem Architekten J. B. Beopolski und dem Bildhauer J. W. Wutschetitsch gestaltete Sowjetische Ehrenmal. Vor ihm erstreckt sich eine Anlage mit den Gräbern von 5.000 sowjetischen Soldaten, die noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ihr Leben gelassen hatten.

An der Straße An den Treptowers befindet sich das mit 31 Stockwerken höchste Bürohaus Berlins, wo früher die AEG bzw. das EAW Elektroapparate herstellte. In der Nähe hat sich der Stromlieferant Bewag, heute Vattenfall, angesiedelt, und nur die Siemens-Verkehrstechnik in der Elsenstraße erinnert noch an vergangene Zeiten der Industrieproduktion.

Bemerkenswert ist die mehr als 10-jährige Entwicklung der ARENA an der Eichenstraße im Bereich des denkmalgeschützten ehemaligen Omnibus-Betriebshofes. Heute finden dort große Events und Theateraufführungen und andere Großveranstaltungen statt. Das Bade- und Saunaschiff hat sich zur Attraktion in der Spree entwickelt.

 

Adlershof

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das am 14. April 1754 gegründete Zinsgut Adlershof gab auch der benachbarten Büdnerkolonie seinen Na­men.

Das Gut war mit seiner Maulbeerbaumplantage ein Teil der preußischen Bemühungen, eine heimische Seidenkolonie aufzubauen. Adlershof entwickelte sich durch seinen Anschluss an die 1867 fertiggestellte Görlitzer Eisenbahn in kaum einer Generation zu einem wichtigen Industriestandort vor den Toren der Reichs­hauptstadt. Bei den Bewohnern dieses typischen Arbeitervorortes herrschten um die Jahrhundertwen­de Armut und Not, was das Entstehen einer starken Arbeiterbewegung begünstigte. Während des gegen die Republik gerichteten Kapp-Putsches 1920 ließen 15 Adlershofer bei militärischen Auseinanderset­zungen und durch Standgerichte ihr Leben. Der Ehren­hain auf dem Waldfriedhof erinnert an sie.

"Hauptschlagader" des Ortsteils ist die Dörpfeldstra­ße mit ihrem Marktplatz, den der Löwenbrunnen ziert, und der Alten Gemeindeschule, die heute als Bürger- und Kulturzentrum genutzt wird. Ein paar Schritte weiter in der 1984 nach ihr benannten Straße lebte von 1955 bis zu ihrem Tode 1983 die Schrift­stellerin und Berliner Ehrenbürgerin Anna Seghers.

Auf dem Gelände der ehemaligen Akademie der Wissenschaften entwickelt sich die Wissenschafts- und Wirt-schaftsstadt Adlershof als Ort der Zusammen­arbeit von Forschung, Lehre und innovativer Wirt­schaft zu einem der leistungsstärksten Technologie­parks in Europa mit zur Zeit 4.000 Mitarbeitern in 400 Unternehmen und weiteren 1.500 in 12 außeruniver­sitären Forschungseinrichtungen. Von den 6 naturwis­senschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität mit 130 Professoren und 7.000 Studenten gehen weitere positive Impulse aus. Der Elektronenspeicher­ring BESSY II ist Anziehungspunkt für Wissenschaftler aus aller Welt.

Die MediaCity Adlershof nebenan hat sich zu Berlins größter zusammenhängender Medienlandschaft ent­wickelt. Studio Berlin Adlershof, Tochter der Studio Hamburg Gruppe, unterhält sieben TV-Studios mit einer Gesamtfläche von 6.500 m2. Außerdem haben sich rund 130 Medienbetriebe mit 1.400 Mitarbeitern angesiedelt.

 

 

Altglienicke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Fund von Herdsteilen im Bereich der heutigen Germanen-, Preußen- und Sachsenstraße lässt auf eine Besied-lung bereits um 2000 v. Chr. schließen.

Ein Dorf Glinik wird erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt, dem frühesten Verzeich­nis der Dörfer des Berliner Umlandes. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und verweist auf glina, d.h. Lehm, sandiger Boden, glinki, Lehmfelder. Eine kaiserliche Verfügung gründete am 17. April 1893 die Gemeinde Altglienicke, die schnell Identität und Bedeutung erlangte.

Altglienicke spielte auch in einer der spektakulärsten Spionageaffären des Kalten Krieges eine Rolle: Unter Altglienicke verliefen die Fernmeldeleitungen von der sowjetischen Botschaft in Berlin-Mitte und der KGB-Zentrale in Karlshorst zum deutschen Hauptquartier der Roten Armee in Wünsdorf. Amerikaner und Briten hatten in den 50er Jahren vom West-Berliner Rudow einen Tunnel bis unter die Schönefelder Chaussee graben lassen, um die sowjetische Nachrichtenüber­mittlung anzuzapfen.

Eines der letzten Kapitel in der Ost-West-Geschichte Ber­lins ist die Entstehung des Kölner Viertels. Die geplante Bebauung des Gebiets mit einer riesigen Plattenbausiedlung hatte 1985 massive Bürgerproteste ausgelöst. Bis zum Mauerfall wurde ein erster Komplex, doch nicht mehr das gesamte Projekt realisiert. Gemeinsam erarbeiteten dann der Berliner Senat und der damals noch im Amt befindliche Ost-Berliner Magistrat die konzeptionelle Neugestaltung der Bebauungspläne.

 

 

Baumschulenweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entwicklung des Ortsteils ist eng mit dem Lebens­werk eines Mannes verbunden, der bis Anfang des 20. Jahr-hunderts eine in der Welt einzigartige, auch heute noch international bekannte Baumschule aufbaute: Franz Späth (1839-1913). Seine 1863 gegründete Baumschule repräsentierte die fünfte Generation der seit 1720 bestehenden Gemüse- und Blumengärtnerei Späth. Franz Späth  ließ 1874 auf dem Gelände ein repräsentatives Herrenhaus errichten, das heu­te als Institutsgebäude dient. Ringsum wurde das Arboretum als englischer Park und darin ein Rosarium angelegt. Der heutige Ortsteil dankt der Späth'schen Initiative die ersten gepflasterten Zufahrtsstraßen zur Baum­schule und die Haltestelle der Görlitzer Vorort- und Stadtbahn. 1961 wurde das Arboretum der Hum­boldt-Universität zu Berlin angegliedert, zu deren Institut für Biologie/Spezielle Botanik es noch heute gehört.

Links und rechts der Kiefholzstraße liegt der Friedhof Baumschulenweg. Sein Zentrum ist das Krematorium, ursprünglich errichtet 1912/13 nach den Plänen von Erich Bienz und Mathias Bardenheuer. 1994 wurde es wegen nicht mehr behebbarer Mängel abgeris­sen. Den Wettbewerb für den Neubau gewannen die Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank, die auch das Bundeskanzleramt gestaltet haben.

Zentrale Achse des Ortsteils ist die bis ans Spreeufer führende Baumschulenstraße. Den Blickfang bildet die 1910/11 errichtete Kirche Zum Vaterhaus mit ihrem Doppelturm und dem heute als Volkshochschule genutzten Anbau. Von der Baumschulenstraße zweigen in ihrem südlichen Teil ab stadtauswärts die Südostallee mit ihrer architekto­nisch bemerkenswerten neuen Brücke über den Brit­zer Zweigkanal und stadteinwärts die Sonnenallee. In ihr befand sich kurz vor der Fritzi-Massary-Straße bis 1989 der einzige Zugang aus den Westsektoren Ber­lins in der 17 km langen Grenze des Bezirks. An die Opfer des östlichen Grenzregimes erinnert das Mahn­mal in der Kiefholzstraße zwischen Dammweg und S-Bahnhof Plänterwald im ehemaligen Grenzstreifen, in dem auch zwei Kinder erschossen wurden.

 

 

Bohnsdorf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Erwähnung des Ortes im Landbuch Kaiser Karls IV. anlässlich eines Besitzerwechsels um 1375 lässt eine Ortsgründung vor Ende des 13. Jahrhun­derts vermuten.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1648, lebte in Bohnsdorf nicht einmal mehr ein Viertel der ursprünglichen Bevölkerung rund um die stark zerstör­te mittelalterliche Dorfkirche. Im historischen Ortskern wurde ab 1755 statt der zwischen 1375 und 1449 erbauten Kirche ein Neubau errichtet, der bis in die heutige Zeit vielerlei Veränderungen erfuhr.

Beide Weltkriege raubten den Bohnsdorfern heimat­- wie kunstgeschichtlich wertvolle Schätze: 1917 wanderten die größere der beiden Bronzeglocken und die zinnernen Orgelpfeifen zu Kriegszwecken in den Schmelztiegel. Im Zweiten Weltkrieg musste dann der Messingkronleuchter geopfert werden. Aber die Kirche vom Dorfplatz selbst überdauerte. Als einziger barocker Sakralbau zwischen der Sophienkirche in Berlin-Mitte und dem Kloster Neuzelle stellt sie ein besonderes Kleinod des Denkmalschutzes dar.

Bewegte Zeiten erlebte auch die weiter nördlich ge­legene, 1898 von Max Buntzel auf dem Falkenberg errichtete schlossähnliche Villa, ab 1924 zunächst als Erholungsheim Hedwigshöhe, dann als Krankenhaus gleichen Namens genutzt. Nachdem die Hedwigshöhe von 1938 an als Priesterseminar genutzt worden war, beschlagnahmte die Gestapo am 1. August 1941 Haus und Gelände. Heute wird Hedwigshöhe wieder als Krankenhaus genutzt und ist umfangreich ausge­baut und modernisiert worden.

Anfang des 20. Jahrhunderts war am Fuße der mit fast 60 Metern höchsten Erhebung der Teltowhoch­fläche die Gartenstadt Falkenberg gegründet worden. Eine bunt gemischte Schar von Freigeistern gab hier ihre Antwort auf das graue Mietskasernenelend. Als Genossenschaftler sollten auch minder Bemittelte bil­lig und doch schön wohnen. Der Architekt und spätere Stadtbaurat Professor Bruno Taut verlieh den Häusern individuelle Merkmale, gestaltete Fassaden in damals Aufsehen erregenden Farben. Das vor allem im Umfeld der Arbeitergenossenschaft Paradies entstandene reiche Gemeinschaftsleben Bohnsdorfs fand im Jahre 1933 ein jähes Ende. Ein Gedenkstein in der Dahmestraße mit den Namen von sieben Bohnsdorfern kündet von mutigem Widerstand gegen die NS-Diktatur. In den 90er Jahren be­gann man die vorsichtige Rekonstruktion des mittler­weile denkmalgeschützten Ensembles.

 

 

Johannisthal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urkundlich wurde Johannisthal erstmals in einer Kabi­nettsorder des Preußischen Königs vom 16.11.1753 erwähnt und wahrscheinlich nach dem Erbpächter und Herren über die Etablissements, dem Kammerrat Johann Wilhelm Werner (gest. 1754), benannt. Um 1800 beherbergten Gut und Kolonie 72 Einwohner.

Zu Beginn der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde in dem unmittelbar an die Königsheide an­schließenden Gutspark, am heutigen Heubergerweg, ein Kurhaus erbaut. Bad Johannisthal war bald als Luftkurort bei gut situierten Bürgern Berlins wohlbekannt, auch gab es eine Heilquelle, die jedoch Ende des 19. Jahrhunderts versiegte. Noch heute aber kann man im Straßenbild von Johannisthal Häuser im englischen Landhausstil sehen.

Der im Jahre 1909 eröffnete erste deutsche Motor­flugplatz machte Johannisthal-Adlershof innerhalb kurzer Zeit international bekannt. Die Bildhauerin Melli Beese erwarb hier als erste Frau Deutschlands unter der Nummer 115 ihren Flugschein.

Eher zweifelhafte Berühmtheit erlangte Johannisthal im Ersten Weltkrieg als größtes Produktionszent­rum deutscher Kriegsflugzeuge. Nach dem Krieg verlor der Flugplatz an Bedeutung. In Johannisthal/­Adlershof siedelten sich größere Betriebe an, darunter die UFA-Filmateliers. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten dann die DEFA und das DDR-Fernsehen in den UFA-Studios. Auf dem ehemaligen Gebiet des Flugfeldes entsteht ein 70 Hektar großer Natur- und Landschaftspark.

Ein interessanter Bau ist das 1906 entstandene frü­here Rathaus von Johannisthal am Sterndamm 102. Es beherbergt seit 1991 das Heimatmuseum des Bezirks Treptow. Ein weiteres architektonisch be­merkenswertes Ensemble bilden die Gebäude des am 1. Mai 1901 in Betrieb genommenen Wasserwerks Johannisthal am Königsheideweg.

Der Ortsteil hat ein neues Nahversorgungszentrum am Sterndamm/Groß-Berliner Damm erhalten. Dieser verbindet nun Johannisthal mit der Wissenschafts- und Wirtschaftsstadt Adlershof.

 

 

Niederschöneweide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das heutige Niederschöneweide wird erstmals 1598 als Schöne Weyde in einer kurfürstlichen Reise­beschreibung erwähnt. Alte Karten zeigen auf der ausgedehnten Uferwiese links der Spree eine kleine Ansiedlung mit dem ungewöhnlichen Namen Theer Ofer. Diese spätere Teerschwele verlor zur Zeit der friederizianischen Binnen-kolonisation an Bedeutung. Stattdessen ließ die benachbarte Köpenicker Textil­erzeugung auf der schönen Weide ein blühendes Bleichereigewerbe entstehen.

Nachdem Niederschöneweide im August 1878 den Status einer selbstständigen Landgemeinde erlangt hatte, trat der Charakter einer gründerzeit­lichen Industrieansiedlung immer mehr in den Vorder­grund.

1885 wurde eine Kettenfähre zur Spreeüberquerung angelegt, 1898 dann der im Zweiten Weltkrieg zer­störte Kaisersteg nach Oberschöneweide. Mit zwei weiteren Brücken, einer Pferdestraßenbahn von Köpenick nach Oberschöneweide (1910) und dem Bahnhof (1885) samt Ausbesserungswerk war Schö­neweide Verkehrs-knotenpunkt der Region.

Heute trägt Niederschöneweide schwer an seinem industriellen Erbe aus eineinhalb Jahrhunderten. Seit 1994 ist ein erheblicher Teil von Niederschöneweide Sanierungsgebiet.

An der Britzer Straße befindet sich das einzige noch komplett erhaltene Zwangsarbeiterlager aus der Nazi-Zeit. Es ist zu einer Gedenk- und Dokumentationsstätte umgestaltet worden.

 

 

Plänterwald

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plänterwald ist erst 1997 zum 0rtsteil erklärt worden und erstreckt sich zwischen Alt-Treptow und Baumschulen-

weg. An der Neuen Krugallee 4 steht neben dem alten Amtshaus das 1909/1910 errichtete Treptower Rathaus. Architekten waren die Charlottenburger Reinhardt und Süßenguth, die auch für die Errichtung so unterschiedlicher Bauten wie die in Baumschulenweg gelegene Kirche Zum Vaterhaus, das Rathaus Charlottenburg und den Hamburger Hauptbahnhof verantwortlich zeichneten.

Gegenüber befindet sich der Plänterwald, dessen Name sich von einer forstwirtschaftlichen Nutzung herleitet, bei der Bäume verschiedener Altersstufen durcheinander stehen. Die älteren und schlechteren Bäume werden gefällt, der Wald also gepläntert. Der im Plänterwald gelegene Spreepark, eine Vergnü­gungsstätte mit zahlreichen Fahrgeschäften, liegt der­zeit brach. Ebenfalls inständig bemüht sich der Bezirk um die Wiederinbetriebnahme des Eierhäuschens als Ausflugsgaststätte.

Eine Fähre verbindet an der südlichen Ortsteilgrenze den Altbezirk Treptow mit dem rechts der Spree gele­genen Oberschöneweide.