seit 01.01.2008
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Fachbereich Heimatmuseum Treptow-Köpenick
Der Fachbereich stellt sich vor
Bezirksgeschichte wird im flächengrößten der Berliner Bezirke, dem Bezirk Treptow-Köpenick in zwei Häusern, die gemeinsam das Heimatmuseum Treptow-Köpenick bilden, dargestellt.
Heimatmuseum Köpenick Heimatmuseum Treptow
Die Entstehungsgeschichte der bis zur Bezirksfusion getrennt von einander arbeitenden Heimatmuseen Treptow und Köpenick ist so verschieden, wie die Geschichte der Bezirke, für die sie standen. Während sich der Treptower Teil des Museums aus dem im Jahr 1987 in der Puderstraße gegründeten Heimat-geschichtlichen Kabinett entwickelte und am 8. März 1991 als Heimatmuseum Treptow im historischen Rathaus von Johannisthal eröffnet wurde, blickt das Köpenicker Partnermuseum auf eine wesentlich längere Geschichte zurück. Ostern 1930 als Heimatschulmuseum Köpenick von der Bezirksschulverwaltung gegründet, hatte das Museum vor allem die Aufgabe, den heimatkundlichen Unterricht durch Kenntnisse aus der Stadtgeschichte zu bereichern. Der Euphorie und den Erfolgen des Anfangs folgten Ernüchterung und Trauer über den nahezu vollständigen Verlust der Sammlungen während des Zweiten Weltkrieges. Die in den Jahren des Wiederaufbaus und der Zeit danach mühsam zusammen getragenen Bestände erfreuten sich in dem 1966 eröffneten Heimatgeschichtlichen Kabinett am Elcknerplatz regen Zuspruchs der Köpenicker.
Seit September 1991 ist das Heimatmuseum Köpenick in einem geschichts-trächtigen Fachwerkhaus aus dem Jahre 1655 am Alten Markt zu Hause, einem im Rahmen des Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufwändig restaurierten Gebäude und hat mit seiner Lage am Rande der historischen Altstadt beste Voraussetzungen für die Arbeit eines Regionalmuseums. Neben der Dauerausstellung „Köpenick von den Anfängen bis zur Gegenwart“ beherbergt das Museum ein umfangreiches Archiv mit Sammlungen zur Geschichte Köpenicks, eine Bibliothek und zeigt wechselnde Ausstellungen.
Seit 1990 ist das Heimatmuseum Treptow im Aufbau hat bis zur Generalsanierung des Rathauses Johannisthal in den Jahren 2005/06 der Öffentlichkeit 21 Ausstellungen präsentiert. Überregional bedeutsame Themen wie die Frühzeit des Motorfluges, die erste deutsche Pilotin Melli Beese, die Berliner Gewerbeausstellung von 1896, der Teltowkanal, die frühen Besiedelungen unter Friedrich II., Streiflichter aus dem Schulalltag der DDR und die „geteilte Nachbarschaft“ genannten Erkundungen im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Treptow und Neukölln sprechen ein breites Publikum über die Bezirksgrenzen hinaus an. Wie in Köpenick steht das umfangreiche Archiv mit seinem Bestand an Büchern, Fotos, Plänen, historischen Ansichtskarten und Zeitungsausschnitten der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Neben der traditionellen Museumsarbeit setzt das Konzept des Hauses auf die Einbeziehung von Alltags- und Erfahrungsgeschichte. Erzählte Geschichte wird in Erinnerungstreffen und geschriebene Geschichte und Geschichten in den Schreibwerkstätten festgehalten, ein Modell der Geschichtsarbeit, das vielen Bürgern die Teilnahme an der Arbeit und am Wirken eines Regionalmuseums ermöglicht. Das Museum wird so zu einem Ort der Geschichtsaneignung, der sich den verschiedensten Formen der historischen Spurensuche öffnet, sie fördert und die Ergebnisse dem Publikum präsentiert. Ein neues Projekt in diesem Zusammenhang ist der Aufbau eines Archivs von Tagebüchern und Erinnerungen.
Europäische Kontakte mit Archiven, Volkshochschulen und Universitäten in insgesamt sieben Ländern ermöglichten zwei aufeinander folgende Projekte.
Gut umsorgt weiß sich das Treptower Museum von seinem 1993 gegründeten Förderverein.
Neben den beiden Museen gehört die Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche“ zum Fachbereich. Die dortige Ausstellung ist dem Gedenken an die Opfer des faschistischen Terrors im Juni 1933 im damaligen Bezirk Köpenick gewidmet.
Barbara Zibler
Fachbereichsleiterin Heimatmuseum Treptow-Köpenick
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